Samstag, 8. August 2015

Zum Weltkatzentag: Neues zur Europäischen Wildkatze

Keine verwilderte Hauskatze, sondern ein Wildkatzenkind (Foto © Thomas Stephan / BUND)
Heute ist Weltkatzentag! Letztes Jahr um diese Zeit war ich aus dem Anlass  in Kassel, um im Hessischen Rundfunk über mein Buch "Vom Glück mit Katzen zu wohnen", die Faszination Katze und Katzenschutz zu sprechen. Denn der heutige Internationale Tag der Katze soll auf das Elend der Streuner aufmerksam machen. Tierschützer fordern schon lange eine bundesweite Kastrationspflicht für frei laufende Hauskatzen.

Europäische Wildkatze mit Kätzchen (Foto: © BUND)

Vermehren und verbreiten soll sich hingegen die seltene Europäische Wildkatze, die unsere Wälder durchstreifte, lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen herbrachten. Hier gibt es gute Nachrichten! Nachdem sie in vielen Wäldern ganz ausgerottet war, kann das "Rettungsnetz Wildkatze" des BUND heute zu seinem 10. Geburtstag tolle Erfolge feiern. Mehr rund um die Wildkatze lest Ihr hier in meinem Artikel aus der Zeitschrift GartenIdee - mit süßen Fotos und Reisetipp!


Europäische Wildkatze (Foto © Thomas Stephan / BUND)

Die sanften Jäger sind wieder da!

Die seltene Wildkatze war aus vielen deutschen Wäldern ganz verschwunden. Jetzt gibt es die kleinen Tiger wieder in zehn Bundesländern. Ein Porträt zum Weltkatzentag (8. August)

Gute Nachrichten! Die seltene Europäische Wildkatze durchstreift wieder unsere Wälder – auch jene, aus denen sie verschwunden war. In Bayern, wo der Mensch sie ausgerottet hatte, feiert sie jetzt 25 Jahre Neubestand. Damals begann der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die kleinen Tiger dort anzusiedeln – mit Erfolg. Im Spessart und im Bayrischen Wald gibt es wieder Wildkatzen. 2013 wurden sie auch im Steigerwald und in der Fränkischen Schweiz nachgewiesen. 

Europäische Wildkatze (Foto © Thomas Stephan / BUND)

Scheue Schönheit

Die Europäische Wildkatze ist keine verwilderte Hauskatze, sondern eine eigene Art: ein wildes Tier, das schon in der Steinzeit unsere damals noch ausgedehnten Laub- und Mischwälder durchstreifte – lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen über die Alpen brachten. Wildkatzen haben eine längere Tragzeit und bekommen meist nur einen Wurf mit zwei bis vier Jungen pro Jahr – seltener und weniger als Hauskatzen. Der Schwanz ist viel länger und endet stumpf, die Tigerzeichnung wirkt schwächer als bei der Hauskatze. 

Noch bis ins 20. Jahrhundert lebte die Wildkatze in ganz Europa. Doch als die großen Waldgebiete Landwirtschaft und Straßenbau zum Opfer fielen, schwand ihr Lebensraum. Heute gibt es in Deutschland nur noch 5000 bis 7000 „Waldkatzen“, wie sie auch genannt werden. Da sie sehr scheu sind, nur nachts jagen und tagsüber im Versteck schlafen, sind sie für uns unsichtbar. Forscher nutzen Lockstäbe mit Baldrianduft, um ihre Anwesenheit zu prüfen: Wie Hauskatzen lieben auch Wildkatzen diesen Geruch. Die Haare, die sie zurücklassen, werden genetisch analysiert. So können Wissenschaftler einzelne Tiere auseinanderhalten, zählen und untersuchen.


Wege für Katzen

Für den Schutz der weiterhin stark gefährdeten Tiere legen Katzenfreunde
„Korridore“ aus Büschen und Bäumen an: Wege, die unsere zerteilten Wälder
verbinden. So können die Tiere neue Reviere erschließen und Artgenossen treffen, mit denen sie gesunden Nachwuchs bekommen können. Derzeit leben sie in zwei Hauptverbreitungsgebieten in Deutschland. Eins ist das südwestliche in Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald und Taunus. Das zweite umfasst mitteldeutsche Wälder im Harz, Solling, dem hessischen Bergland, Kyffhäuser und weitere in Thüringen. Es gibt aber noch mehr geeignete Wälder. Ziel des BUND ist ein Waldverbund in Deutschland von 20 000 Kilometern Länge. Dabei kann jeder helfen! 


Rettungsnetz Wildkatze: Diese Wälder sollen verbunden werden (Foto: © BUND)

Wildkatzen retten


Das BUND-Projekt „Wildkatzensprung“ sucht freiwillige Helfer, z. B. bei der Pflanzung von Wildkatzenwegen. Auch jede Spende hilft. Oder werden Sie Pate für eine Wildkatze! Mit Paten-Urkunde auch ein schönes Geschenk. 

Infos: www.bund.net/wildkatzenretten




Reisetipp: Urlaub im Wildkatzendorf


Im Wildkatzendorf Hütscheroda am Nationalpark Hainich (Thüringen) können Urlauber die Katzen in der Schauanlage „Wildkatzenlichtung“ live beobachten und jede Menge über sie erfahren. Auf dem Wildkatzenpfad in traumhafter Natur erkunden Katzenfreunde die Lebensräume der scheuen Samtpfoten. 

Reisetipp: Wildkatzendorf im Nationalpark Haunich (Foto: © BUND)

Der Artikel "Die sanften Jäger sind wieder da" über die Europäische Wildkatze ist erschienen in: GartenIdee, Ausgabe Nr. 4 / Juli-August 2014).

Mehr Infos zur Europäischen Wildkatze: www.wildkatze.info

Schöne Bilder & Infos über Wildkatzen in Schottland gbt's bei Claudi im Blog

Kommentare:

  1. Schöner Beitrag, habe noch nie so viel über die Wildkatze gelesen! :-)
    Sehr ausführlicher und gut gepflegter Blog!
    Liebe Grüße,
    VeDaPe

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  2. Den Weltkatzentag hätte ich jetzt fast vergessen.
    Hütscheroda merk ich mir mal als Urlaubsziel. Das kling ganz interessant.

    Lg, Sandra

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  3. Weltkatzentag....ja den hab ich doch glatt verpasst.
    Und das wo Katzen doch meine Lieblingstiere sind und ich selber drei Stubentiger habe ;)
    Katzen mag ich wirklich in allen Größen, also auch die wilden und die ganz großen.
    Einen schönen Beitrag hast du hier über die Wildkatzen. Zumal ich mir auch sicher bin, dass es viele gibt, die gar nicht wissen, dass es auch Wilde Katzen in unseren Wäldern gibt.
    Und über die Kastrationspflicht für Hauskatzen habe ich auch schon öfter diskutiert, was besseres könnte unseren Streunern gar nicht passieren....aber das verstehen viele nicht...

    LG
    Angela

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    1. : - ) geht mir genauso - ich liebe katzen, alle arten. und ja, man darf nicht müde werden, immer wieder zu erklären, warum kastration so wichtig ist.... danke für deinen kommi und liebe grüße!

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  4. Stimme Angela und VeDaPe zu, hast einen echt tollen Beitrag verfasst. Und schön, dass auch mal über die kleinen süßen Tiere berichtet wird :).

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