Samstag, 17. November 2012

Birdwatching in Berlin

Der Eichelhäher heißt auf Walisisch "Schrei des Waldes", weil er so scheu ist, dass man ihn nur hört, nicht sieht. Dafür müssen Birdwatcher schon nach Berlin kommen (Foto: © Maike Grunwald)
(Reise, Berlin, Maike Grunwald) Wahnsinn, am Mittwoch fliege ich nach Namibia, um seltene Wüstenelefanten und Spitzmaulnashörner zu stalken! Ich habe mir vorher extra schnell eine tolle Spiegelreflexkamera gekauft (Nikon D200), mit der ich gerade übe. Was liegt da näher, als der heimischen Tierwelt aufzulauern? Die hat nämlich mehr zu bieten, als man denkt.


Mit Erdnüssen kann man Blaumeisen bis auf die Hand locken (Foto: © Maike Grunwald)

In Berlin wimmelt es geradezu von wilden Tieren, jetzt sollen in der Nähe sogar Wölfe gesichtet worden sein (25 km vor der Stadtgrenze, bei der Fläming-Skate). Okay, eine kleine Blaumeise kann damit in puncto Urängste nicht mithalten. Dafür kann man sie in der Stadt ganz aus der Nähe betrachten und sogar aus der Hand füttern (mit einem Wolf ginge das ja aus mehreren Gründen nicht so gut).


Auch irgendwie süß: Haussperling, weiblich (Foto: © Maike Grunwald)
Überhaupt sieht man in Berlin mehr Tiere aus der Nähe als auf dem Lande, die Viecher sind uns Zweibeiner eben gewöhnt. Wildschweine in Zehlendorf, Füchse auf dem Gehsteig der Greifswalder Straße, Waschbären auf einem Parkplatz im Prenzlauer Berg - alles schon gesehen.


Kleiber laufen gern umgekehrt Bäume runter (Foto: © Maike Grunwald)
Am einfachsten zu fotografieren ist die Vogelwelt. Da muss man sich einfach nur in den Park stellen, ein paar Erdnüsse hinlegen und abdrücken. In weniger als einer halben Stunde habe ich alles vor die Linse bekommen, was hier zu sehen ist.


Dieses unscheinbare Tier verführt Amselmänner im Frühling zu Gesängen, die sogar Johann Sebastian Bach inspirierten (Foto: © Maike Grunwald)

Zugegeben, so eine weibliche Amsel ist vielleicht nicht so spektakulär wie ein Spitzmaulnashorn, das auf einen zurast. Aber aus der Nähe betrachtet ist sie schrecklich niedlich und wunderschön - finde ich jedenfalls. 


Die Kohlmeise im Hintergrund wartet, bis die dicke Kohlmeise im Vordergrund endlich weg ist (Foto: © Maike Grunwald)

Sehr nett sind auch die kleinen Kohlmeisen, die im Winter gerne an den Futterhäuschen rumhängen. Mit ihren Masken sehen sie aus wie kleine Räuber. 

Von Fischern gehasst, bei Spaziergängern beliebt: der Graureiher (Foto: © Maike Grunwald)
Für Aufsehen und Menschentrauben sorgt regelmäßig der Graureiher, der im Volkspark am Friendrichshain immer die Goldfische isst. Ich wunderte mich schon, warum er so zahm ist. Heute habe ich es erfahren: Er wird von freundlichen Damen mit Lachs gefüttert! Ich konnte mich natürlich nicht zurückhalten und hielt der armen Frau einen Vortrag darüber, dass Vögel absolut kein Salz vertragen. Das stimmt aber. 

Und weil ich, was Piepmätze angeht, immer sehr involviert bin, poste ich zum Schluss noch einen Link für alle, die ihnen im Winter über die Runden helfen wollen: Vögel im Winter richtig füttern - viel Spaß dabei!

Kommentare:

  1. Schöne Fotos. :)) Du stalkst also im echten Leben auch Tiere. :D

    AntwortenLöschen
  2. Am stärksten finde ich das Foto vom Eichelhäher. In meiner Kindheit hörte man die Häher im Wald krächzen, aber bekam so gut wie nie einen zu sehen. Die blauen Federn der Flügelspitzen waren richtig wertvolle Funde. Heute muss man aufpassen, dass die Eichelhäher als Kulturfolger im Park oder auf dem Friedhof einem nicht das Butterbrot vom Mund wegfressen.Wie schön, dass du diesen prachtvollen Vogel so vor die Linse bekommen hast. Die anderen Vogel-Fotos sind natürlich auch ein Genuss. Das alles mitten in Berlin - kaum zu fassen. Jetzt warte ich darauf, dass du in einem Berliner Park oder Garten eine Wildsau aus zehn Meter Entfernung fotografierst.

    AntwortenLöschen
  3. Einen Eichelhäher habe ich heute auch gesehen, am Vogelfutterhäuschen vom Nachbarn. Dass es in Berlin so viele verschiedene Vogelarten gibt, hätte ich jetzt gar nicht gedacht! Die Fotos sind super, die Anschaffung der Kamera hat sich offensichtlich wirklich gelohnt! :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, es freut mich, dass die Bilder gefallen :-)

      Löschen
  4. Da fehlt aber noch der Komoran auch nicht so gerne von den Anglern gesehen da er angeblich 'unmengen' Fisch vertilgt..na ja nun ,da kenne ich ganz andere Verbraucher..Dafür ist aber die Möwenpopulation hier in Mitte zurückgegangen.Wenn ich mich so zurück erinner an die 70er da gab es wesentlich mehr Möwen.Die kamen teilweise sogar an die Hochhäuser am Michael Kirch Platz um sich mit zugeworfenen Weißbrot füttern zu lassen....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für den Kommentar, lieber Martin.
      Ich finde Kormorane sehr faszinierend, die Verwandschaft zu den Dinosauriern sieht man bei ihnen gut. In dem Park, in dem ich diese Fotos hier in einer halben Stunde gemacht habe, sieht man sie nicht, der Teich ist wohl zu klein, aber an der Spree in Mitte, am Schlachtensee und den anderen großen Seen sieht man sie sehr häufig.

      Ich glaube den Anglern ja sogar, dass an manchen Stellen bestimmte Fische seltener werden, aber das liegt sicher nicht an ihren natürlichen Feinden, sondern am Einfluss des Menschen.

      Dass es in den 70ern so viele Möwen in Mitte gab, wusste ich gar nicht... Jetzt sieht man sie in Mitte ja nur direkt an der Spree, nur in harten Wintern auch vermehrt verbreitet. Liebe Grüße! Maike

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...