Montag, 4. Mai 2015

Moin Matrosen, Ahoi Alsterschwäne: 9 Tipps für Hamburg

Seemänner in der Takelage eines Seglers im Hamburger Hafen (Foto © Maike Grunwald)
(Hamburg, Städtereise, gesponsorter Artikel) Als original Hamburger Deern freue ich mich immer, wenn ich Landratten meine Stadt zeigen kann: Meine Ausrede, um wieder mal den Alsterschwänen zu huldigen, den Menschenfressertomaten in Planten un Blomen "moin!" zu sagen und am Hafen den Matrosen hinterherzupfeifen. Hier sind 9 Hamburg-Highlights, die ich immer wieder selbst genieße. 


 1. Planten un Blomen


Einer meiner Lieblingsorte zu jeder Jahreszeit ist Planten un Blomen (Plattdeutsch für „Pflanzen und Blumen“), Hamburgs weltberühmter Botanischen Garten (U-Bahnhof Stephansplatz). Vor Schietwetter flüchten wir ins Tropenhaus zu den Baumfarnen aus Dino-Zeiten, tropischen Blüten, Bananen-, Tee- und Kaffeepflanzen. Hier habe ich als Kind die „Menschenfressertomate“ kennen und fürchten gelernt. Die heißt so, weil sie den Fidschi-Kannibalen einst als verdauungsfördende Beilage gedient haben soll. Der Eintritt ist frei. Ein Klassiker für Romantiker sind die abendlichen Wasser- und Lichtspiele am See (Mai bis August: 22 Uhr, dann bis Anfang Oktober 21 Uhr).

Makroaufnahmen von machen Spaß im Tropenhaus von Planten und Blomen (Foto © Maike Grunwald)


2. Durch die Colonaden bummeln


Weiter geht es durch die Colonaden. Die Einkaufsstraße mit ihren prunkvollen Gründerzeitbauten und südländisch anmutenden Arkaden wurde um 1880 von reichen Kaufleuten als Verbindung zum Jungfernstieg angelegt. Heute ist sie gesäumt von gemütlichen Straßencafés und besonderen Fachgeschäften, die sogar Shopping-Muffel wie mich begeistern. Zu den Klassikern gehören das "Auktionshaus und Juwelier Edmund Arnold" mit antikem Schmuck und Silbergeschirr, der "Teekontor" und das legendäre "Pfeifen Tesch", seit 1880 Hamburgs feinstes Tabakwarenfachgeschäft mit gigantischem Sortiment an Pfeifen, Zigarren und Whisky bei altmodisch-elegantem Flair.

In den Arkaden der Colonaden werden wir auch bei Schietwetter nicht nass (Foto © Maike Grunwald)


3. Am Jungfernstieg Eis oder Kuchen essen 


Die Colonaden führen direkt zum Jungfernstieg. Bei Kaffee und Kuchen im legendären Alsterpavillon oder bei einem Eis vom Wannecke-Kiosk auf einer der vielen Bänke genießen wir den Blick auf die Binnenalster mit ihrer Fontäne, den Möwen, Schwänen und Alsterdampfern. 


4. Mit dem Alsterdampfer fahren


Eine Fahrt mit dem Alsterdampfer erinnert mich immer an meine Kindheit. Vom Jungfernstieg schippern wir in sechs Minuten für zwei Euro zur Residenz von Udo Lindenberg: Das Hotel Atlantic liegt an der großen Außenalster, auf der die Segelschiffe durch die Sturzwinde der Häuserschluchten sausen und an der ich gerne spazieren gehe. Besonders romantisch ist eine Rundfahrt mit dem historischen Dampfer „St. Georg“ von 1876. Die Runde vom Jungfernstieg über die Außenalster dauert 45 Minuten (12,50 Euro).

Alsterdampfer auf der Binnenalster (Foto © Maike Grunwald


5. Bei den Alsterarkaden den Schwänen huldigen


Dann bummeln wir zu den historischen Alsterarkaden am Alsterfleet, die nach dem Großen Brand von 1842 gebaut wurden. Shopping-Fans können sich hier ringsum austoben: Dicht beieinander liegen die Edel-Läden und Einkaufspassagen der Große Bleichen, die Europa Passage, Mönckeberg- und Spitaler Straße, das Hanse-Viertel und das berühmte Alsterhaus.

Blick von den Alsterarkaden aufs Rathaus (Foto © Maike Grunwald

Ich huldige lieber den Alsterschwänen, die in Hamburg seit Jahrhunderten VIP-Status genießen. Solange Schwäne auf der Alster sind, bleibt Hamburg eine freie und blühende Hansestadt, heißt es über die stolzen Vögel, die früher exklusives Statussymbol adliger Herrscher waren.
1664 stellte sie der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg unter besonderen Schutz: Es ist bei Strafe verboten, sie zu beleidigen, zu verletzen oder zu töten. Seit mehr als 400 Jahren werden sie auf öffentliche Kosten betreut und gefüttert. Das Amt des Schwanenvaters, der die Tiere auch jedes Jahr ins Winterquartier bringt, gibt es seit 1674. . Es ist die älteste Behördenplanstelle der Stadt. 

Alsterschwäne nutzen ihren Promi-Status schamlos aus. Im Hintergrund: die Alsterarkaden (Foto © Maike Grunwald)


6. Ins Rathaus reingucken


Von den Alterarkaden haben wir einen Blick auf das prächtige Hamburger Rathaus. Das Gebäude von 1897 zeigt den damaligen Reichtum der Hansestadt. Innen beeindruckt es mit Gemälden, Glasfenstern, Säulen, Reliefs und schweinsledernen Tapeten von Georg Hulbe. Eine Besichtigung ist nur mit Führung möglich (40 Minuten, 4 Euro) und nur an jenen Tagen, an denen der Senat oder die Bürgerschaft die Räume nicht nutzen (Info-Telefon: 040/42831-2470). Ständig und auch ohne Führung zugänglich ist der Innenhof mit seinen prunkvollen Renaissance-Fassaden und dem riesigen Hygieia-Brunnen.

Im Innenhof des Hamburger Rathauses (Foto © Maike Grunwald)


7. Schätze der Hamburger Kunsthalle bestaunen


Die Hamburger Kunsthalle ist nicht ohne Grund weltberühmt. Bis Frühjahr 2016 wird das historische Gebäude saniert, trotzdem sind die Highlights weiter zu sehen: Die Ausstellung „SPOT ON – Meisterwerke der Hamburger Kunsthalle“ im Sockel der Galerie der Gegenwart gleich nebenan versammelt auf kleinstem Raum Bilder von Weltrang aus sieben Jahrhunderten. Sakrale Malerei der Alten Meister wie Meister Francke, Rubens und Rembrandt, Werke von Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Monet, Manet und Rodin, von Lovis Corinth, Max Ernst, Paul Klee, Pablo Picasso und so weiter. Meine Lieblingsbilder sehen in der eigenartigen Spotlight-Beleuchtung ganz anders aus als sonst.

Eins meiner Lieblingsbilder: "Wanderer über dem Nebelmeer" von Caspar David Friedrich (Foto © Maike Grunwald)


8. Am Hamburger Hafen rumtrödeln


Für den Hamburger Hafen nehme ich mir immer einen Extra-Tag Zeit. Zu schön ist es, ohne auf die Uhr zu gucken von den Landungsbrücken zur Speicherstadt zu schlendern, unterwegs noch an Bord des Museumsschiffes Rickmer Rickmers zu gehen, sich in der historischen Speicherstadt ein wenig zu verlaufen, das Gewürzmuseum zu besuchen, sich in Harrys Hafenbasar über die Kuriositäten zu wundern und in irgendeinem Teppich-Lager einen Tee zu trinken. Ein Highlight ist der Hafengeburtstag im  Mai mit Großsegler-Paraden, Museumsschiffen, Schlepperbalett und schmucken Matrosen aus aller Welt.

Eins meiner Lieblingsschiffe: Die Stettin, ein historischer Dampf-Eisbrecher (Foto © Maike Grunwald)


9. Mit dem Schiff nach Oevelgönne


Eine meiner Lieblingstouren ist die Fahrt mit der Fähre Nr. 62 von den Landungbrücken Richtung Finkenwerder - das geht ganz normal mit der HVV-Tageskarte, die in Hamburg nicht nur für Bus, U- und S-Bahn gilt, sondern auch für die Hafenfähren. Oben an Deck lassen wir uns so richtig durchpusten, bis wir am Museumshafen Oevelgönne aussteigen, wo die alten Segler und der historische Dampfeisbrecher Stettin liegen.


Industrieromantik: Kräne im Hamburger Hafen (Foto © Maike Grunwald)

Am Elbstrand wandern wir Richtung "Alter Schwede", das ist ein großer Felsen, der in der Eiszeit aus Småland hergetragen und 1999 aus der Elbe gefischt wurde. Dabei kommen wir an der berühmten "Strandperle" vorbei. Meistens ist uns die aber zu voll, wir laufen weiter "Zur Elbkate", die ein Stück hinter dem "Alten Schweden" liegt. Dort essen wir hausgebackenen Kuchen oder selbstgemachte Suppe und genießen den Blick auf die vorbeiziehenden Kutter, Containerriesen und Kreuzfahrtschiffe. Zurück gehen wir oben rum an den malerischen Lotsen- und Kapitänshäusern entlang. 


Wenn dann am Elbtrand die Sonne untergeht, die Schiffe und Kräne im Hafen leuchten und die Möwen meinen Vornamen schreien, frage ich mich immer wieder, wieso ich überhaupt jemals woanders hinfahre. 

Britta vom Familien-Reiseblog "Looping" hatte trotz Schietwetter Spaß bei ihrem Hamburg-Trip mit Kind. Wie, erfahrt Ihr hier.

Dieser Blogbeitrag wurde unterstützt von Neckermann Reisen. Er entstand im Rahmen eines Auftrags, für die Website des Reiseveranstalters einen Artikel für Hamburg-Urlauber zu schreiben und zu verbreiten (natürlich gegen Honorar). Die Empfehlungen sind von mir selbst unabhängig ausgewählt: Es sind meine eigenen persönlichen Tipps für Besucher meiner Heimatstadt. 

Anzeige: Den Artikel mit weiteren Hamburg-Highlights von mir sowie Tipps von anderen Bloggern findet Ihr hier: www.neckermann-reisen.de/urlaub/deutschland/hamburg/

Kommentare:

  1. Hamburg ist immer wieder eine Reise wert. Ich muss gestehen, dass ich bisher noch nicht im Rathaus war, es aber bei meinem nächsten Besuch nachholen werde. Vielen Dank für den Artikel.

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    1. Vielen Dank für den netten Kommentar! Ja, die meisten Hamburger waren auch noch nie im Rathaus - das sind Dinge, die man mit Besuch entdeckt, deshalb zeige ich Hamburg auch so gerne :-)

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  2. Liebe Maike, ein wirklich schöner Hamburg-Bericht :-) Da wohne ich schon in der schönsten Stadt der Welt und war noch nie in der Hamburger Kunsthalle - das wird auf jeden Fall schleunigst nachgeholt ;-)

    LG
    Stephie

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    1. Liebe Stephie, veilen Dank für den netten Kommentar und: ja, die Kunsthalle lohnt unbedingt!
      Liebe Grüße :-)
      Maike

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