Sonntag, 19. Juli 2020

11 Gründe für einen Urlaub auf Juist


Taxi auf Juist (Foto: © Maike Grunwald)
#urlaubindeutschland ist schon seit Jahren Travel-Tend, jetzt im Corona-Sommer 2020 mehr als je zuvor. Spätestens jetzt wird es Zeit, neue Ecken in der Heimat zu erkunden. Oder gleich bis dato unbekannte Länder! „Töwerland“ zum Beispiel. So nennen die Juister ihre schöne Nordseeinsel,  „Zauberland“ auf Plattdeutsch. Warum die ostfriesische Insel den Namen verdient und was Ihr Euch dort nicht entgehen lassen solltet, verrate ich Euch hier.



"Zauberland": Auf Juist ist die Welt noch in Ordnung (Foto: © Maike Grunwald)

Juist, die Insider-Insel


Juist ist kein Ort, wo man zufällig landet: Die längste der ostfriesischen Nordseeinseln ist nicht so einfach zu erreichen wie zum Beispiel die Nachbarinsel Norderney, die im Sommer mit stündlichen Fährverbindungen auch Tagestouristen anlockt. Wer nach Juist fährt, hat sich bewusst dafür entschieden und ist meist Wiederholungstäter - so wie ich. Doch was ist das Besondere an der schwer erreichbaren Insel? Hier sind elf Gründe, warum Juist süchtig macht.


1. Die Überfahrt


Juist kann die Fähre nur bei Flut anlaufen, sodass es auch in der Hochsaison maximal zwei Verbindungen gibt (hier geht's zum Fahrplan). Zwar verkehren auf den Nordseeinseln Mini-Flugzeuge, die auch Juist anfliegen. Aber die Überfahrt mit der Fähre ist der ideale Start für einen Urlaub im „Töwerland“ und eigentlich schon der erste gute Grund für einen Urlaub auf Juist: Nach einer Stunde frischer Nordseebrise, Möwenrufen und Wellenrauschen hat jeder den Alltag hinter sich gelassen. 

Dünen - da Juist so schmal ist, sind alle Unterkünfte in Strandnähe (Foto: © Maike Grunwald)



2. Keine Autos, kein Stress


Juist ist eine autofreie Insel. Es gibt genau zwei PKW, und die gehören den beiden Ärzten der Insel und werden nur im Notfall eingesetzt. Das heißt: keine Ampeln, keine Staus, keine Abgase, keine Motorenlärm. Nur Nordseerauschen. Kinder haben Platz zum Spielen und Herumrennen, ohne dass sich die Eltern Sorgen machen müssen.


3. Überall freundliche Pferde


Ein angenehmer Nebeneffekt der Autofreiheit: Zum Transport von Koffern, Lebensmitteln und als Taxis werden – neben Fahrrädern mit Anhängern – jede Menge Pferdewagen eingesetzt. Sogar für die Müllabfuhr werden echte PS eingespannt. Das Hufgeklapper und die Streicheltiere lassen Romantiker- und Kinderherzen höher schlagen. Wenn sie Feierabend haben, bilden die grasenden Pferde ein idyllisches Bild. 




Müllwagen auf Juist (Foto: © Maike Grunwald)



4. Die Vogelwelt


Das Trillern der Austernfischer, die Rufe der Möwen und das Flöten der Brachvögel sind die Musik der Nordsee. Etwa 12 Millionen Vögel kommen jedes Jahr ins Wattenmeer, um zu rasten, zu brüten oder ihr Gefieder zu wechseln. Im Frühling und ab Spätsommer bevölkern Schwärme von Ringelgänsen und anderen Zugvögeln Wattenmeer und Salzwiesen. Ihre langen Routen zwischen den Überwinterungsländern im Süden und den Brutgebieten im Norden können von Südafrika bis in die Arktis reichen. 

Juist hat neben Nordsee und Wattenmeer auch noch ein Süßwasserbiotop: das Naturdenkmal „Hammersee“, der größte Süßwassersee auf einer Nordseeinsel. Kein Wunder, dass die Insel ein Paradies für Vogelbeobachter ist. Im Herbst gibt es vom Nationalpark-Haus organisierte Bootsausflüge zur Juister Vogelinsel Memmert, die kein Mensch betreten darf.


5. Wattwandern mit Heino


Auf der Südseite der Insel liegt hinter den Salzwiesen das Wattenmeer, Unesco-Weltnaturerbe und Nationalpark. Ein riesiger Organismus, der pausenlos die Umwelt reinigt und unzähligen Tieren Lebensräume bietet. 

Ein echtes Highlight ist eine Wattwanderung mit Heino, dem legendären „Wattflüsterer”. Er ist auf der Insel geboren und seit Jahrzehnten Wattführer, wie sein Vater vor ihm. Keiner kennt und liebt das Wattenmeer wie er – Begeisterung, die ansteckt. Das besondere Licht im Watt zaubert stimmungsvolle Bilder. 

Heino Behring bietet verschiedene Führungen an, Termine, Preise, Kontakt findet man auf seiner Website, bevor man ihm mailt oder schreibt, bittet er um einen Anruf, Tel. 0171 / 522 58 50.

Wattwanderführer Heino in seinem Element (Foto: © Maike Grunwald)
Heino zeigt eine ca. 18 Jahre alte, seltene Sandklaffmuschel (Foto: © Maike Grunwald)



6. Nahezu unendliche Strände


Die weiten Strände auf der Nordseite der Insel scheinen besonders bei Ebbe unendlich zu sein. Zu jeder Jahreszeit lohnen sich lange Spaziergänge: Der kräftige Seewind, der an manchen Tagen den feinen Sand wie einen Schleier über den Boden weht, pustet den Kopf frei und versorgt die Atemwege mit gesunder salzhaltiger Luft. Dazu das Wellenrauschen – so muss Nordseeurlaub sein! 



Strand, Strand, Strand! (Foto: © Maike Grunwald)



7. Babyrobben & andere süße Tiere 

Im Sommer sieht man mit etwas Glück kleine Robben am Strand. Dann heißt es: Abstand halten und aus der Ferne bewundern, damit sie nicht flüchten. Ihre Mütter sind nur beim Fischen, sie kümmern sich schon. 

Ein Highlight für Erwachsene und Kinder sind Bootstouren zu den Seehundbänken vor der Insel. Im Winter bringen die Kegelrobben dort ihre Jungen zur Welt. Ganz aus der Nähe zu bewundern sind die Rehe der Insel, die kaum Scheu zeigen. Vielleicht auch deshalb, weil auf Juist für Hunde überall Leinenpflicht besteht, um Zugvögel und andere Tiere vor Stress zu schützen. 

In der Ausstellung im Nationalpark-Haus und bei den öffentlichen Veranstaltungen und Natur-Touren erfährt man mehr über die Tierwelt.


8. Ostfriesentee & frische Waffeln


Standesgemäß genießt man den Ostfriesentee im bauchigen Kännchen auf dem Stövchen serviert mit Wölkchensahne und Kluntjes (Kandiszuckerklumpen), dazu ein kleines Kännchen mit heißem Wasser, um ihn bei Bedarf zu verdünnen – zum Beispiel beim Frühstück im Traditionshotel Pabst oder nachmittags mit den bekannt leckeren frischen Waffeln im schnuckeligen historischen „Lütje Teehuus“ („Kleinen Teehaus“) im Januspark. 

Dort kann man auch herzhafte Spezialitäten genießen, wie Ostfriesische Nordseekrabbensuppe oder Juister Pannfisch. 

Vorm "Lütje Teehuus" (Foto: © Maike Grunwald)



9. „Rosinenstuten“ & „Tote Tanten“


Wunderschön ist eine Radtour zur Gaststätte „Domäne Bill” auf dem Westende der Insel, genannt „Die Bill”, wo man auch herrlich spazieren gehen kann. Allein schon wegen der legendären „Rosinenstuten”, dem hausgebackenen Rosinenbrot, lohnt es sich, herzukommen. Ideal dazu: eine „Tote Tante”, heiße Schokolade mit Rum. In dem entspannten Lokal mit Meerblick und Selbstbedienung gibt es auch gute Hausmannskost.


10. Die Wege des Naturforschers


Der kürzlich angelegte Otto-Leege-Pfad ist ein Kunst- und Naturlehrpfad mit Ententeich, Boden-Bild der Zugvogelrouten, Tafeln zur Blumenwelt der Dünen, Windharfe und Wasserklangschale zum Selbstmusizieren ist ein neues Highlight auf Juist. Benannt wurde er nach dem bekannten Naturforscher, der mit der Insel eng verbunden ist. Der Pfad führt barrierefrei durch die traumhafte Juister Dünenlandschaft, die sonst aus Naturschutzgründen nicht zugänglich ist. 

Schautafel am schönen Otto-Leege-Naturlehrpfad (Foto: © Maike Grunwald)



11. Wellness mit Nordsee-Blick


Im Winter mag ich die Insel besonders gerne - und muss aufs Schwimmen nicht verzichten: Im Meerwasser-Erlebnisbad „Töwer Vital“ ist das Wasser zu jeder Jahreszeit 30 Grad warm. Eineinhalb Stunden tägliche Nutzung sind im Kurbeitrag inklusive, also frei bei Vorlage der TöwerCard. Fantastischen Nordsee-Blick hat man auch von der Sauna, nicht nur vom Außenbereich hoch oben auf dem Ruhedeck, sondern direkt von der großen finnischen Sauna aus. Donnerstagnachmittags bei der Damensauna sind Frauen unter sich.

Strand auf Juist (Foto: © Maike Grunwald)




Tipps und Infos


Übernachtung


Hotel Pabst, 4-Sterne-Superior-Wellnesshotel, familiengeführt, traditionsreich, komfortabel


Haus Maike, Pension mit Sauna und mediterranem Garten, familiengeführt, charmant

 

Mehr Informationen

 
Kurverwaltung Juist, www.juist.de




Noch ein Blog-Artikel zur Insel: 
Juist - Wo selbst die Müllabfuhr märchenhaft ist

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von der Kurverwaltung der Insel Juist.

Dies ist der persönliche Reiseblog der Journalistin Maike Grunwald. Alle Texte und Fotos © Maike Grunwald. Abdruck und Online-Nutzung nur nach Anfrage und gegen Honorar. Kontakt: www.maikegrunwald.com